Freitag, 14. September 2012

Sonnenschein

Das Beste an Australien ist meiner Meinung nach das Wetter! Wenn ich höre, dass in Bayern das Sömmerchen nun vorbei ist und schlagartig der Herbst eingekehrt ist, dann steigt in mir eine herrliche Ruhe auf: Wir haben erst Frühling, der ist so warm und herrlich wie der deutsche Hochsommer, dann kommt noch Hochsommer mit den lauen Sommerabenden, die ich so liebe, und dann noch einige Monate warmes Herbstwetter...

Über den australischen Winter gehen hier viele Leute, die es sich leisten können, nach 'Overseas', meist Europa: Familie besuchen und Sightseeing. Mein Chor war regelrecht entvölkert! Das Reisen wird hier großgeschrieben. Bali oder Fidji sind günstigere Reiseziele. Reisen innerhalb von Australien sind - wie alles hier - eher teurer insgesamt. Hat man genug gespart für einen Urlaub, dann geht es eher nach Europa als ins eigene Land - den Eindruck habe ich.

Buchempfehlung

Über die State Library of New South Wales kann ich eine Kiste deutsche Bücher bestellen und für 3 Monate ausleihen. Es kommt eine wilde Mischung, die man kaum beeinflussen kann, aber so hat man mal Bücher, die man sich sonst vielleicht nicht ausgeliehen hätte. Darunter war ein tolles Buch, das ich eben ausgelesen habe und sehr empfehlen kann:

Oliver Bottini: Mord im Zeichen des Zen

Sehr spannender Kriminalroman! Fein gezeichnete Charaktere. Der Autor ist wie ich Jahrgang 1965 und hat sich sehr überzeugend in die Rolle der Hauptkommissarin reinversetzt, und das als Mann, was ich schon mal faszinierend finde. Es gibt vielschichtige Problem- und Beziehungsebenen und eben diese spannende Geschichte. Einfach gut geschrieben. Also unbedingt lesen!

Donnerstag, 13. September 2012

Australier und ihre Spendenaktionen

Es vergeht keine Woche, wo nicht wieder irgendeine Spendenaktion auf uns zukommt. Die Australier sind da sehr rührig! Aber eher selten, dass man nichts geboten bekommt für seine Spende. Es ist eher ein soziales Event plus Geldeinnahmen. Es gibt z.B. in der Schule von John ein Vatertagsfrühstück ganz frühmorgens, Muttertagsgeschenke werden gespendet, die die Kinder dann wieder kaufen sollen, eine Schuldisco mit Eintrittsgeld, mit dem Chor gab es ein Riesenevent, wo für einen kranken Jungen das Geld für eine dringende OP gesammelt wurde, man organisiert ein Fest für eine kranke Freundin, die zu einer Behandlung nach Deutschland (!!) fliegen will und dafür noch Gelder sammelt, es gibt sportliche Großereignisse, wie das Sydney City to Surf Rennen, wo wirklich viel Geld zusammenkommt, oder Einzelne lassen sich witzige Sachen einfallen, z.B. quer durch Australien zu rennen und Meilengeld zu sammeln für einen guten Zweck.

Das Neueste, was ich von Charlotte hörte, ist nun, dass sich auf ihrer Highschool die Abiturienten auf einer Schulauktion als Sklaven verkaufen lassen, um Geld für ihre Abschlussparty zu sammeln! Hire a slave for a day, ist das Motto. Für schlappe paar Dollar kann man sich nun einen Tag lang die Aufmerksamkeit seiner heimlichen Flamme erkaufen... Wenn es das nur zu meiner Zeit schon gegeben hätte! Keine Sorge, es geht ganz harmlos zu, glaub ich jedenfalls.

Die Bereitschaft Gutes zu tun ist erstaunlich groß und beeindruckt mich. Das Organisieren all dieser Events bereitet auf jeden Fall viel Mühe. Da bewundere ich auch die Gremien und Schulsekretariate mit all den Aktionen, die in der Schule laufen, denn es vergeht kaum ein Tag ohne Infozettel und Geld einsammeln für all die Aktivitäten und Motto-Wochen. Ist fast schon ein bißchen viel.

Sonntag, 9. September 2012

Australier, ihr Heim und die Cafe-Kultur

"My home is my castle" bekommt fuer mich eine neue Bedeutung. Das australische Heim ist wohl eher eine gut gesicherte Festung - da kommt so schnell keiner rein! Wir laden dafuer um so fleissiger ein und haben auch viel Spass mit den Besuchern. Sie kommen auch gern wieder... Wir sitzen fast immer um den Kuechentisch herum, das Zentrum des Hauses. Es ist immer Zeit fuer ein "cuppa", d.h. in der Regel Kaffee, oder man haengt einfach einen Beutel Tee in einen Becher, kochendes Wasser drauf, fertig! Da sind alle herrlich unkompliziert. Natuerlich mit Milch! Zucker verkneifen sich die Australier zu solchen Gelegenheiten, aber von irgendwoher muss es ja kommen, das haeufige Uebergewicht...

Grosse Cafe-Kultur hier, sie sind immer voll, hier trifft man sich, hier darf man sein! Frank und ich haben ein Lieblingscafe in einem ganz kleinen Ort in der Naehe, das im thailaendischen Stil gehalten ist. Es ist einfach ein schoen angelegter Garten mit Terasse und lauschigen Plaetzen und Gartenteich, teils ueberdacht. Wenn's kuehl ist, dann legt man sich halt eine Wolldecke ueber die Knie. Da ist eine ganz grosse Gelassenheit und Ruhe. Und ueberall gibt es uebrigens glutenfreie Speisen zur Auswahl, das ist hier ueblich!

Kaffee trinken gehen ist hier billiger als in Deutschland (und der Kaffee ist spitze, da hat sich viel getan!!), aber ein Stueck Kuchen kostet ein Vermoegen!


Australier und der Winter

Die Wintermonate Juni, Juli und August werden hier so gut wie moeglich ignoriert. Von sommerlichen Badelatschen, kurzen Hosen und Spagetti-Tops bis zu Stiefeln und Maenteln sieht man alles. "A bit chilly!" sagen sich Australier nach durchfrorener Nacht. Wir heizungsverwoehnte Deutsche, einschliesslich Frank, haben elendig gefroren, denn trotz Sonne tagsueber wurde es im Haus nicht warm. Bademantel, Fellstiefel und brisk walks waren angesagt. Zum Ende des kuehlen Wetters bekamen wir dann endlich unseren Gasanschluss und auch eine Heizung ins Wohnzimmer, die uns naechsten Winter gute Dienste leisten wird. Inzwischen ist's naemlich ploetzlich Fruehling.

Faszinierend die vielen Blumen ueberall, auch im Winter. Keine Winterstarre, keine stade Zeit wie bei uns. Wir haben im ganzen Garten rot und zartrosa bluehende Kamelienbuesche, dann eine leuchtend weisse Azalee, ein Magnolienbaeumchen mit kleinen weissen Bluetenblaettern vor der Haustuer, in dem nun wieder der Catbird regelmaessig fruehmorgens schreit - der klingt wie eine Katze oder ein Baby, ziemlich furchtbar. John scheucht ihn manchmal mit der Wasserpistole durch den Garten, aber irgendwie gefaellts ihm bei uns. Der Pool wird von einem Entenpaerchen in Beschlag genommen und dient auch einigem anderen Gefieder als Bad, suess, aber iiihh... Viel schlimmer sind allerdings die hochgiftigen Funnelweb Spiders, die sich in unserem Garten auch sehr wohl fuehlen, vor allem im frischen Gemuesebeet (warm, feucht, frisch umgegraben). Dafuer haben wir nicht eine einzige Schnecke und dem Salat kann man beim Wachsen zuschauen - es hat also alles seine Vor- und Nachteile. Die Nachteile muss man halt nur aushalten! Das bedeutet fuer mich: Gummistiefel an, Gartenhandschuhe, feste Kleidung im Garten. Nie Steine einfach so anheben, immer erst vorher kurz ankicken, warten ob was wegrennt. Nie Kleidung oder Schuhe draussen lassen, wenn ja, immer erst mit spitzen Fingern schuetteln, warten. Besondere Vorsicht morgens und abends in der Daemmerung, da sind sie vor allem aktiv, denn sie scheuen das Licht - was aber nicht heisst, dass sie nicht auch aufgescheucht werden koennen und zubeissen! Ich freue mich jetzt ueber jede raschelnde Eidechse im Garten, denn die werden mit den Funnelweb Spiders fertig.

Frank, John und ich waren heute im Bouddi National Park wandern, am Meer entlang. Herrliche Aussichten auf das schaeumende Meer (blau!), den riesigen Himmel (wolkenlos blau!), ausgewaschener Sandstein mit roter ringfoermiger Maserung, taubenblaue glatte Felsen, Rockpools, und wir sahen sogar ein Rudel Delfine, die zusammen auf Fischfang waren und immer wieder aus den Wellen sprangen! Ja, auch das ist Australien. Ich stehe dann in der warmen Brise und muss mich fast kneifen "Ja, ich bin wirklich hier!".


Mein neuer Business

Hallo liebe Freunde, es tut sich was...

www.officeflow.webs.com

Schaut mal rein. Bin jetzt startklar und gehe nun "raus"! Wuenscht mir Glueck!

Sonntag, 29. Juli 2012

Bilder vom Hinterland der Central Coast, wo wir wohnen, und etwas noerdlicher, dem Hunter Valley (grosses Weinanbaugebiet)


Anlaesslich unseres 20. Hochzeitstages fuhren wir bei herrlichem Winterwetter einen Tag ohne Kinder weg. Wir mussten immer anhalten, um die schoenen Ausblicke festzuhalten.


Typischer Laden auf dem Land, und nebenan gleich die Tankstelle.




Das ist immer wieder ueberraschend fuer mich, dass mitten im Winter Blumen bluehen. Wir sehen auch Narzissen in manchen Gaerten. Wir haben einige bluehende Kamelienbuesche im Garten in voller Bluete, wilde Veilchen, ...

Wollombi Laden. Der ist bewusst rustikal alt gelassen worden. In Wollombi ist man stolz auf seine Geschichte und man versucht ganz bewusst nicht, alles auf "neu" zu trimmen. Viele Aussteiger und Hippies hier, zurueck zur Einfachheit... (siehe Eintrag beim naechsten Bild)

Wollombi. Das Pub ist beliebter Treffpunkt der Biker. Wollombi ist im Reisefuehrer als "Aussteigerdorf" bezeichnet. Wir trafen tatsaechlich im Pub einen "local", der vor 8 Jahren aus Sydney hierher gefluechtet ist in das 400 Seelen Nest. Er war Installateur dort, hatte 30 Angestellte, und eines Tages bekam er die Krise, schmiss sein Handy ueber die Harbour Bridge und ist nie wieder zurueckgegangen. Hat sich ein Haus auf 100 acres bei Wollombi gekauft und ist jetzt freischaffender Kuenstler und in der kleinen Gemeinde sehr aktiv. Es geht politisch vor allem darum, die Bergbaufirmen abzuwehren, die ueberall nach Gas und Kohle wuehlen wollen. Sie haben dies gerade erfolgreich abgeschmettert. Oder sie organisieren Musikevents, Maerkte, etc. und helfen sich gegenseitig bei allem, sagte er.